OB MIchael Beck bei der Vorstellung im Bürgerpark Tuttlingen

Erinnern statt Vergessen – Gedenkkultur in Tuttlingen

Der 8. Mai hätte kein besserer Tag sein können, um das Buch „Erinnern statt Vergessen“ vorzustellen. Denn der Gedenktag der Befreiung vom Nationalsozialismus greift kann nicht nur in Bezug zur aktuellen Debatte zur Erinnerungskultur gesehen werden, sondern er zeigt auch die Befreiung hin zu einer unabhängigen Politik und Publizistik als Teil des „Gelingens der Demokratie in der Bundesrepublik Deutschland“, an das OB Michael Beck in seiner Ansprache erinnerte.

Erinnern statt Vergessen: Schlüssel zum Frieden

Cover: Erinnern statt Vergessen

Die Chronik fasst die öffentliche Gedenkkultur der Stadt Tuttlingen zusammen. Als Ort der Erstpräsentation wurde der Bürgerpark Alter Friedhof in Tuttlingen gewählt. Hier haben nahezu alle öffentlichen Gedenkanlässe, die auch die wesentlichen Inhalte des Buches ausmachen, eine örtliche Entsprechung. Zugleich ist hier ein Ort des Friedens, der allen Bürgern offensteht.

Im Buch selbst erwartet die Leser die Geschichten hinter den Namen. Es erzählt die Einzelschicksale, die sie in die Tuttlinger Gräber geführt hat, wo ihnen ein Andenken bewahrt wird und um ihre Würde zu erhalten, derer sie häufig unter beklemmendsten Umständen aufgrund von Hass und Ausgrenzung ohne juristische Schuld und reguläre Prozesse beraubt wurden.

Bogen der Stadtgeschichte über die Pflege der Ahnengräber

Eng in Verbindung mit den Forschungen steht der Begriff der Heimat. Er ist über alle Epochen hinweg mit den Gräbern der Ahnen verbunden, was auch im Bürgerpark seinen Ausdruck findet. Die Texte im Buch stammen von Stefan Blanz und Stadtsprecher Arno Specht. Hier das Inhaltsverzeichnis:

  • Vorwort von OB Michael Beck
  • Transformationen durch Erinnerung: vom Alten Friedhof zum Bürgerpark – Unterm Honberg versammeln sich die Tuttlinger Geschichtsknoten
  • Verfolgung und Vernichtung: Das System des Nationalsozialismus im Deutschen Reich und in Tuttlingen
  • Lager Mühlau: Transformation der Gewalt: Vom Ausbeutungslager zum Areal für Bildung und Erinnerung
  • Stolpersteine: Erinnerungen an Opfer der NS-Diktatur: Tuttlingen gibt Unschuldigen ihren Namen und ihr Gesicht zurück
  • Vertreibung, Tod und Versöhnung: Der Julius-Fröhlich-Platz erinnert an die Geschichte der jüdischen Familie
  • Problematische Hinterlassenschaften: Zum Umgang mit dem Schneckenburger-Denkmal im Stadtgarten
  • Erinnerung schärft Verantwortung: Warum sich der Gemeinderat mit Geschichte befasst
  • Pionierarbeit und leuchtende Stolpersteine: Gedenkkultur als Aufgabe für Stadt und Zivilgesellschaft

tuttlingen.de

Der Blanzelot Verlag legt mit diesem Buch eine weitere Chronik zur Lokalgeschichte von Institutionen und Unternehmen vor.

Erinnern statt Vergessen. Gedenkkultur in Tuttlingen, herausgegeben von der Stadt Tuttlingen durch Michael Beck, mit Texten von Stefan Blanz und Arno Specht, gebunden, 168 Seiten, mit zahlreichen Abbildungen, Blanzelot Verlag, ISBN 978-3-912599-00-8

Das Buch ist bei der Stadtverwaltung und in den Tuttlinger Buchhandlungen (auch online) erhältlich.