Blanzelot Kreativproduktion

Bruchstücke 4

Potrait des Mönchs: Gregor Sorger OSB, Pater der benediktinischen Fernost-Mission, war von 1937-1940 im Kloster Tonogaoka bei Chigasaki tätig. Dann wechselte er in die Abtei Tokwon/Korea. Er verhungerte und erfror während des Koreakrieges in Folge der Haftbedingungen in nordkoreanischer Gefangenschaft. Es läuft sein Seligsprechungsverfahren in der Causa „Bonifatius Sauer, Benedikt Kim und Gefährten“.

Entsetzen

Erst in den letzten Bruchstücken habe ich das für viele vermutlich geistlich-geistig naiv klingende Predigtwort zitiert: „Die Fastenzeit ist eine geeignete Zeit, um unsere Schwachheit einzugestehen“ (BXVI). Jetzt ist Seebeben, Tsunami, Fukushima und – wohl unaufhaltsam Super-GAU. Was hat das miteinander zu tun? – Nein, es ist nicht die Klugerei, nach zig Jahren „Atomkraft – nein danke“ Recht zu bekommen über die Grenzen des Restrisikos und dass man selbst oder irgendwer schon immer davor gewarnt habe. Es ist das hilflose Entsetzen darüber: trotz hochentwickelter Messtechnik und wider besseres Wissen werden die 50 Techniker verheizt, die in Fukushima etwas zu retten versuchen, was nicht zu retten ist. So etwas können doch nur Menschen entscheiden, die sowohl sittlich als auch gesellschaftlich nicht in die Lage versetzt wurden, ihre Schwäche und Ohnmacht eingestehen zu können. Es hätte diesen Menschen doch niemand wirklich übel nehmen können, wenn aus einer Kapitulation vor dem Unausweichlichen die Mitarbeiter rechtzeitig aus der Atomkraft-Anlage herausgeholt worden wären. Und was passiert bei uns? Man stilisiert sie zu Helden… Erbärmlich.
P. Gregor, bitte für Japan.